Glitches in Alltagsobjekten


In Kooperation mit Jan Sengstake

Workshop "3D-Druck und Gießen"
Hochschule für Künste, Bremen

Mittlerweile haben fast alle Objekte ihren Ursprung in der digitalen Welt. Konzept- und Konstruktionsphase sowie mediale Repräsentation finden vermehrt im Digitalen statt. Wir haben einen Workshop geleitet indem Fehler und Glitches ausgelöst von Modellierungs- und Scansoftware analysiert werden. Anstelle diese Glitches zu ignorieren oder gar zu reparieren, werden sie zu wichtigen Einflüssen aus dem Digitalen zum Physischen.

3D-Druck-Objekte eignen sich ideal für die Gussvorlage. Sie können die Wachsmodelle (beim Wachsausschmelzverfahren) ergänzen. Besonders eignen sich Modelle aus ABS. Das auf Erdöl basierende Material verbrennt leicht und rückstandslos. Modelle aus dem Material PLA sind ebenfalls geeignet. Dabei kann es jedoch bei dünnwandigen Modellen zu Rückständen führen.

Besonders interessant ist, dass die Oberflächenstruktur des 3D-Drucks mit in den Guss übertragen wird, sogenannte Isohypsen und noch die Anmutung des schichtweise aufgetragenen Materials behält. Das Gießen von 3D-gedruckten Modellen unterscheidet sich vom traditionellen Gießverfahren nur in der Vorbereitung.

Vorbereitung
Das 3D-gedruckte Modell wird mit Gießzuläufen und Luftschächten versehen. Entweder direkt noch in der 3D-Software oder analog mit Wachs oder anderen leicht schmelzenden Materialien. Gussform Die Positivform wird anschließend mit Gips ummantelt.

Ausbrennen
Bei 600° C kommt der Gipszylinder mit der eingeschlossenen Positivform für 36 Stunden in einen Brennofen. Dabei wird der Gips gebrannt und das Wachs verflüchtigt sich und hinterlässt einen Hohlraum, der das Modell exakt abbildet. So entsteht im Gips die Negativform des Wachsmodels.

Der Guss
Das flüssige, Metall wird in den Hohlraum der Negativform gegossen und erhärtet dort beim Erkalten.

Nachbearbeitung
Die Rohgüsse können nach kurzer Zeit aus der Gipsummantelung geschlagen werden, dabei geht die Negativform verloren. Nach dem anschließenden Säubern vom Restgips sind die Güsse bereit zur Feinbearbeitung, dabei werden die Gießzuläufe und kleine Unsauberkeiten entfernt.

Patina

Mit Chemikalien können verschiedene Färbungen herbeigeführt werden, bei Bronze z.B. mit Kupfernitrat
oder Schwefelleber.

(Workshopteilnehmer: Christine Brovkina, Dustin Sherman, Eran Amir, Felix Fisgus, Joris Holte, Jonas Holst, Lennart Ulrich, Marcel Vesga, Sven Rose, Thomas Hoheisel)

Veröffentlichung:
Domusweb /Juli 2015
Designboom.com /Juli 2015
3dprint.com /Juli 2015
catalogodiseno.com /Juli 2015

(2015)

http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_P1020003.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_133546258.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_3_v3.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_4_v4.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_5_v3.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_1_v5.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_2_v4.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_6_v2.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_7_v3.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_P1010889.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_P1010986.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_P1010988.jpg
http://vincentbrinkmann.de/files/gimgs/th-34_P1020009.jpg